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Wertekultur und Unternehmenserfolg

Methoden der Kulturanalyse  zeigen viel versprechende Ansätze zur Messung der Unternehmenskultur. Aufgrund der Forschung kann angenommen werden, dass direkte, indirekte und wechselseitige Einflüsse zwischen Unternehmenskultur und Erfolg bestehen. Ein Ursache-Wirkungszusammenhang ist durch eine Reihe von Forschungsergebnissen begründet. Ein in wissenschaftlichem Sinne 'kausaler Beweis' kann nur 'im Laufe der Zeit', d. h. durch Zeitreihenanalysen erbracht werden. Innovative Unternehmen arbeiten gehen voran.

Im Rahmen empirisch-quantitativer Erhebungen von 2004 bis 2008 wurden von Deep White in 95 Unternehmen und Organisationen im deutschsprachigen Raum quantitative Kulturanalysen durchgeführt. Die angewendete Mess- und Analysemethode wurde von Prof. Herrmann vom MCM Institut der Universität St. Gallen entwickelt.

Mittels Online-Befragungen wurden mit 135 Items zu 63 Wertebegriffen in Stichproben untersucht, ob das von den Mitarbeitern gelebte Wertesystem im Zusammenhang mit den Leistungsfaktoren steht. Es wurde der Frage nachgegangen, welche Werte relevant für eine Unterscheidung von Erfolg/Nicht-Erfolg bei Unternehmen sind, welche „Erfolgstreiber“ und „Erfolgsbremsen“ bestehen, wie die Wirkung auf den Erfolg ist und ob aus einer Veränderung von Wertekombinationen ein Einfluss auf den Geschäftserfolg angenommen werden kann.

Durch eine Faktorenanalyse konnten 13 Kulturdimensionen festgestellt werden, die das Wert-Inventar der eingesetzten Items verdichtete. Das Wertesystem – unabhängige Variable- der teilnehmenden Unternehmen wurde auf den Zusammenhang zum Erfolg – abhängige Variable - untersucht.

Der Erfolg der untersuchten Unternehmen wurde nach Erhebung der betriebswirtschaftlichen Kennziffern „Umsatzwachstum“, „operativer Gewinn (EBITDA)“ und „Mitarbeiterzahl-Entwicklung“ über drei Jahre konsolidiert und mit Branchen-Ergebnissen verglichen. Wirtschaftsprüfer haben auf dieser Datengrundlage binäre Einteilung der untersuchten Unternehmen in „erfolgreich“ oder „nicht erfolgreich“ vorgenommen.

Eine deskriptive Analyse der Stärke einzelner Werte zeigte Unterschiede aufgrund der Unternehmenscharakteristika ‚Erfolg’. Sie wurde mit Mittelwertvergleichen und Top-/Low-Analysen durchgeführt und zeigt, dass die durchschnittliche Ausprägung der Werte in erfolgreichen Unternehmen stärker ist, als in nicht erfolgreichen Unternehmen. Es konnten typische Merkmale für Erfolg/Nicht-Erfolg identifiziert und durch Zusammenhangsanalysen als „Erfolgstreiber“ und „Erfolgsbremsen“ bestätigt werden.

Die Analyse des Erfolg Zusammenhanges erfolgte mit einer gewichteten Auswahl von 2761 Datensätzen mittels Korrelationsanalysen und logistischer Regressionsanalyse. Es wurden die Richtung eines Zusammenhangs aufgrund des logistischen Funktionsverlaufes, die Stärke und der Trennwert mittels des Signifikanz-Niveaus bestimmt.

Die Ergebnisse zeigten Erfolgsdifferenzierende Werte auf, durch deren gezieltes Management eine Veränderung der Erfolgswahrscheinlichkeit des Unternehmens erwartet werden kann. Insbesondere eine ganzheitliche Betrachtung der Unternehmen im Sinne des Corporate Citizenship und der ganzheitlichen Führung der Mitarbeiter im Sinne von Menschlichkeit wurde als Erfolg fördernd festgestellt. Demgegenüber konnten eine starke Leistungsorientierung und interner Wettbewerb und eine ausgeprägte Formalisierung der Prozesse als Erfolg hemmend identifiziert werden. Für die praktische Anwendbarkeit in Unternehmen wurde ein Erfolg-Simulations-Modell entwickelt, mit dem gezielte Veränderungen der Kulturdimensionen auf ihre anzunehmende Wirkung auf den Erfolg simuliert werden.  

Eine Veröffentlichung eines aktuellen Studienberichtes mit Detailergebnissen ist für Ende 2010 in Vorbereitung.

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